Die 3 Zahlen auf dem Bügel einfach erklärt
Die Maße einer Fassung stehen auf der Fassung selbst, meist innen am Bügel oder am Steg. Eine typische Reihe lautet 52-18-140. Steht zwischen den ersten beiden Zahlen ein kleines Quadrat, zeigt es das Kastensystem an.
Beim Kastensystem legt man um jedes Glas ein gedachtes Rechteck. Es berührt das Glas oben, unten, innen und außen. Alle Maße beziehen sich auf diese Rechtecke. So legt es die Norm DIN EN ISO 8624 fest.
| Zahl | Name | Was gemessen wird | Erlaubte Abweichung |
|---|---|---|---|
| 52 | Glasbreite, auch Scheibenlänge | Breite des Rechtecks um ein Glas | 0,5 Millimeter |
| 18 | Abstand zwischen den Gläsern, auch Stegbreite | Abstand der beiden Rechtecke an der Nase | 0,5 Millimeter |
| 140 | Bügellänge | vom Gelenk bis zum Bügelende, gerade gelegt | 2 Millimeter |
| fehlt meist | Glashöhe | Höhe des Rechtecks, wichtig für Gleitsichtgläser | steht nicht auf der Fassung |
| 52 plus 18 gleich 70 | Mittenabstand der Fassung | Abstand der beiden Rechteckmitten | folgt aus den ersten beiden Zahlen |
Die Zahlen gelten mit kleinen Abweichungen. Die Glasbreite darf um 0,5 Millimeter abweichen, die Bügellänge um 2 Millimeter. Die Glashöhe steht fast nie auf der Fassung, obwohl sie für Gleitsichtgläser wichtig ist.
So lesen Sie die Größe Ihrer Brille in 4 Schritten ab
Sitzt Ihre jetzige Brille gut, sind ihre Maße der beste Anfang für die nächste. Sie brauchen nur die Brille, gutes Licht und Ihren Pupillenabstand.
- Nehmen Sie die Brille ab und suchen Sie innen an den Bügeln und am Steg nach einer Zahlenreihe.
- Lesen Sie die drei Zahlen ab. Die erste ist die Glasbreite, die zweite der Abstand zwischen den Gläsern, die dritte die Bügellänge.
- Zählen Sie Glasbreite und Abstand zusammen. Das ist der Mittenabstand der Fassung, im Beispiel 52 plus 18 gleich 70 Millimeter.
- Vergleichen Sie diesen Wert mit Ihrem Pupillenabstand. Steht er nicht im Brillenpass, lassen Sie ihn beim Optiker für jedes Auge messen.
Sind die Zahlen abgerieben, hilft ein Lineal nur grob. Moderne Gläser sind selten rechteckig, und gemessen wird am gedachten Rechteck. Optiker messen Fassungen deshalb selbst nach, statt sich auf die Gravur zu verlassen.
Warum der Mittenabstand zu Ihren Augen passen sollte
Ein Brillenglas wirkt nur an einer Stelle genau richtig, und diese Stelle gehört vor die Pupille. Der Pupillenabstand ist der Abstand Ihrer Pupillenmitten beim Blick in die Ferne. Bei 3.976 vermessenen Erwachsenen lag er im Mittel bei 63,36 Millimetern. Fast alle lagen zwischen 50 und 75 Millimetern.
Eine Fassung mit 52-18 hat einen Mittenabstand von 70 Millimetern. Bei einem Pupillenabstand von 63 Millimetern muss die Werkstatt jede Glasmitte um 3,5 Millimeter nach innen versetzen. Das ist normale Werkstattarbeit. Die Zahlen auf dem Bügel sagen also nicht, ob eine Brille gut zentriert ist. Sie sagen, wie weit die Werkstatt versetzen muss.
Unterbleibt das Versetzen, wird der Fehler schnell groß. Bei minus 4 Dioptrien lenken 3,5 Millimeter Versatz das Licht um 1,4 Zentimeter pro Meter ab. Für beide Augen zusammen sind es 2,8. Erlaubt sind bei dieser Stärke für beide Gläser zusammen nur 0,8.
Bei Minusgläsern ist ein Fehler nach außen besonders unangenehm. Liegen die Glasmitten weiter außen als die Pupillen, müssen die Augen nach außen drehen. Das fällt ihnen schwerer als eine Drehung nach innen. Genau das passiert, wenn in einer breiten Fassung zu wenig versetzt wird.
Wie viel Höhe Gleitsichtgläser unter der Pupille brauchen
Bei Gleitsichtgläsern zählt die Zahl, die nicht auf dem Bügel steht, die Glashöhe. Oben im Glas liegt der Bereich für die Ferne, unten der für die Nähe. Der Übergang dazwischen braucht Platz.
Wie viel, legt der Hersteller für jedes Glas fest. Ein Beispiel ist ein Sportglas von Rodenstock. Der Lesebereich liegt dort 18 Millimeter unter der Pupille, darunter sollen noch 2 Millimeter Fassung bleiben. Dieses Glas braucht also mindestens 20 Millimeter Fassung unter der Pupille. Andere Gläser haben andere Werte.
Gemessen wird, während Sie in der sitzenden Fassung geradeaus schauen. Der Optiker markiert die Pupillenmitte auf der Musterscheibe und misst bis zum unteren Rand. Mehr zu diesen Gläsern steht im Ratgeber Gleitsichtbrille.
Wie eine Fassung an Nase, Ohren und Augen sitzen soll
Einige Maße stehen auf der Fassung, andere prüft der Optiker an Ihrem Kopf. Dazu gehören der Sitz auf der Nase, die Form der Bügel und das Gewicht.
- Augen. Die Mitten der Gläser sollen beim Blick geradeaus vor den Pupillen liegen. Je näher der Mittenabstand an Ihrem Pupillenabstand liegt, desto weniger muss versetzt werden.
- Nase. Steg oder Nasenpads sollen flächig aufliegen, damit der Druck klein bleibt.
- Ohren. Der Bügel muss bis hinter das Ohr reichen. Ist das gebogene Ende zu flach, hebt sich der Bügel. Ist es zu steil, drückt es.
- Kinder. Für Kinder empfehlen die Augenärzte eine kleine, stabile Fassung, nicht breiter als das Gesicht.
Worauf es bei Kindern sonst noch ankommt, steht im Ratgeber Kinderbrille.
Sollen Gleitsichtgläser in die Fassung?
Lassen Sie in der angepassten Fassung prüfen, ob die Höhe unter Ihrer Pupille für das gewählte Glas reicht. Die Zahlen auf dem Bügel verraten das nicht.
Liegt der Mittenabstand deutlich über Ihrem Pupillenabstand, und tragen Sie Minusgläser?
Die Werkstatt versetzt die Glasmitten nach innen, und der dicke Rand rückt nach außen. Eine Fassung mit kleinerem Mittenabstand oder ein dünneres Glasmaterial hält ihn schmaler.
Sitzt die Fassung fest auf der Nase, ohne zu drücken, und reichen die Bügel bis hinter das Ohr?
Die Fassung passt von ihren Maßen her. Den Feinsitz stellt der Optiker beim Anpassen ein.
Fragen Sie, ob sich Steg und Bügel so anpassen lassen, dass die Brille hält. Geht das nicht, passt die Fassung nicht zu Ihrem Kopf.
Was die Fassungsgröße für Dicke und Gewicht bedeutet
Ein Minusglas gegen Kurzsichtigkeit ist in der Mitte dünn und außen dick. Ein Plusglas gegen Weitsichtigkeit ist in der Mitte dick und außen dünn. In einer großen Fassung zeigt ein Minusglas also mehr von seinem dicken Rand. Muss die Werkstatt die Mitte nach innen versetzen, rückt der dickste Teil nach außen an die Schläfe.
Das Gewicht folgt der Dicke. Wer Anspruch auf Gläser von der Kasse hat, bekommt deshalb ab plus 6 oder minus 8 Dioptrien Kunststoffgläser. Das gilt auch, wenn sich beide Gläser um mindestens 3 Dioptrien unterscheiden.
Die zweite Stellschraube ist das Material. Je höher der Brechungsindex, desto dünner und leichter wird das Glas bei gleicher Stärke. An der Fassung sparen Sie schon vorher, wenn Glasbreite und Mittenabstand zu Ihrem Pupillenabstand passen.
Häufige Fragen
Was bedeuten die Zahlen 52 18 140 auf einer Brille?
Die Zahlen bedeuten 52 Millimeter Glasbreite, 18 Millimeter Abstand zwischen den Gläsern und 140 Millimeter Bügellänge. Glasbreite plus Abstand, hier 70 Millimeter, ist der Mittenabstand der Fassung.
Wo steht die Größe meiner Brille?
Die Größe steht als Zahlenreihe innen an einem Bügel oder am Steg. Sie ist eingraviert oder aufgedruckt. Die Glashöhe steht dort in der Regel nicht.
Was ist die Stegbreite bei einer Brille?
Die Stegbreite ist die mittlere der drei Zahlen. Sie gibt den Abstand zwischen den beiden Gläsern an der Nase an. Die angegebene Zahl darf um 0,5 Millimeter vom echten Maß abweichen.
Wie hoch muss eine Fassung für Gleitsichtgläser sein?
Das legt der Hersteller des Glases fest. Bei einem Sportglas von Rodenstock sind es mindestens 20 Millimeter Fassung unter der Pupille. Maßgeblich ist die Höhe in der sitzenden Fassung, nicht eine Zahl auf dem Bügel.
Macht eine große Fassung die Gläser dicker?
Bei Minusgläsern ja, denn sie werden zum Rand hin dicker. In einer großen Fassung bleibt mehr vom dicken Rand stehen. Bei Plusgläsern wächst mit der Größe die Dicke in der Mitte. Ein höherer Brechungsindex macht beide dünner.
