5 Wege zur Sonnenbrille mit Sehstärke
Wer eine Brille braucht, kann sich auf mehreren Wegen vor Sonne schützen. Es gibt Sonnenbrillen mit Sehstärke, auch als Gleitsichtbrille, selbsttönende Gläser, Clips zum Aufstecken und Überbrillen. Wer Kontaktlinsen trägt, setzt einfach eine Sonnenbrille ohne Stärke auf.
Welcher Weg passt, hängt davon ab, wie oft Sie in der Sonne sind, ob Sie viel Auto fahren und was Sie ausgeben wollen. Laut der Brillenstudie des Instituts Allensbach geben Käufer für eine Sonnenbrille mit Sehstärke im Schnitt 159 Euro aus. Brillenträger, die eine Sonnenbrille ohne Stärke kaufen, zahlen im Schnitt 68 Euro.
| Weg | Wie er funktioniert | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|---|
| Sonnenbrille mit Sehstärke | getönte Gläser mit Ihrer Stärke in eigener Fassung | volle Korrektur, auch als Gleitsicht | zweite Brille, als Gleitsicht teuer |
| Selbsttönende Gläser | die Alltagsbrille dunkelt bei Sonne nach | eine Brille für drinnen und draußen | im Auto dunkeln sie kaum, Aufhellen dauert Minuten |
| Clip | getönter Aufsatz für die eigene Brille | günstig | schützt seitlich wenig |
| Überbrille | Sonnenbrille über der eigenen Brille | schnell auf- und abgesetzt | breite Seiten engen beim Fahren das Blickfeld ein |
| Kontaktlinsen mit Sonnenbrille | Linsen korrigieren, darüber eine normale Sonnenbrille | freie Auswahl | nur für Linsenträger |
Welche Tönung beim Autofahren erlaubt ist
Wie dunkel ein Glas ist, wird als Lichtdurchlässigkeit in Prozent angegeben. Die Norm für Sonnenbrillen teilt die Gläser in fünf Stufen von 0 bis 4 ein. Stufe 0 lässt über 80 Prozent des Lichts durch, Stufe 2 noch 18 bis 43 Prozent, Stufe 4 nur 3 bis 8 Prozent.
| Stufe | Licht durch das Glas | Wofür | Autofahren |
|---|---|---|---|
| 0 | über 80 Prozent | kaum Blendschutz | am Tag und nachts |
| 1 | 43 bis 80 Prozent | leicht getönt | am Tag, nachts nur ab 75 Prozent |
| 2 | 18 bis 43 Prozent | Alltag | nur am Tag |
| 3 | 8 bis 18 Prozent | Alltag, Strand, Berge | nur am Tag |
| 4 | 3 bis 8 Prozent | See, Wüste, Gletscher, Schnee | nie |
Am Tag müssen Gläser zum Fahren mehr als 8 Prozent des Lichts durchlassen und die Farben von Ampeln gut zeigen. In Dämmerung und Nacht sollen sie mindestens 75 Prozent durchlassen. Damit fallen auch leicht getönte Gläser der Stufe 1 aus, wenn sie dunkler sind. Für die Farbe sind Braun oder Grau am besten, weil sie Ampelfarben am wenigsten verfälschen.
Selbsttönende Gläser dunkeln im Auto kaum nach
Selbsttönende Gläser werden dunkel, wenn UV-Licht auf sie fällt. Sie dunkeln heute bis zu 90 Prozent ab. Meist dauert das eine bis anderthalb Minuten. Das Aufhellen geht langsamer, ganz klar ist das Glas erst nach 8 bis 10 Minuten.
Im Auto stoßen klassische selbsttönende Gläser an eine Grenze. Die Windschutzscheibe hält das UV-Licht ab, und ohne UV dunkeln die Gläser nicht. Neuere Gläser reagieren auch auf normales Licht und tönen hinter der Scheibe bis zu 55 Prozent. Fragen Sie danach, wenn Sie die Brille auch beim Fahren als Sonnenschutz nutzen wollen.
Clip oder eigene Sonnenbrille mit Sehstärke
Ein Clip wird auf die eigene Brille gesteckt. Er ist günstig, schützt aber seitlich wenig, weil Alltagsbrillen selten eng am Kopf sitzen. Überbrillen lassen sich schnell auf- und absetzen. Ihre breiten Seitenteile engen beim Fahren aber das Blickfeld ein.
Tragen Sie meist Kontaktlinsen?
Dann reicht eine Sonnenbrille ohne Stärke. Achten Sie auf CE-Zeichen und UV 400.
Sind Sie oft und lange in der Sonne, etwa im Urlaub oder auf langen Fahrten?
Dann schützt eine eigene Sonnenbrille mit Sehstärke in Stufe 2 oder 3 am besten. Mit Gleitsicht kostet sie wie eine zweite Gleitsichtbrille.
Für kurze Wege reicht ein Clip. Wer oft zwischen drinnen und draußen wechselt, nimmt selbsttönende Gläser.
UV-Schutz hängt nicht an der Tönung
Wie dunkel ein Glas ist, sagt nichts über den UV-Schutz. Auch dunkle Gläser ohne UV-Filter schützen nicht, denn hinter dunklem Glas wird die Pupille weiter. Voller UV-Schutz heißt: Bis 380 Nanometer kommen weniger als 0,05 Prozent der Strahlung durch. Die Aufschrift UV 400 bedeutet, dass alle Strahlen bis 400 Nanometer blockiert werden.
Bei Gläsern mit Sehstärke lohnt die Nachfrage, weil manche Kunststoffe ohne Zusatz nicht alles UV-Licht abhalten. Fragen Sie den Optiker, ob 100 Prozent UV-Schutz enthalten sind.
- CE-Zeichen und die Aufschrift UV 400 oder 100 Prozent UV, meist innen am Bügel.
- Stufe 2 oder 3 für den Alltag, Stufe 4 nie am Steuer.
- Gläser, die bis zu den Augenbrauen reichen.
- Braune oder graue Tönung, wenn Sie damit Auto fahren.
- Zerkratzte Gläser ersetzen, weil Kratzer die Sicht streuen.
In 6 Schritten zur Sonnenbrille mit Sehstärke
Eine Sonnenbrille mit Sehstärke wird wie jede Brille nach Ihren Werten gefertigt und angepasst. Auch stark gebogene Fassungen lassen sich mit Ihrer Stärke verglasen.
- Klären Sie, wofür Sie die Brille brauchen: Alltag, Autofahren, Urlaub am Wasser oder Sport.
- Nehmen Sie einen aktuellen Brillenpass mit.
- Wählen Sie eine Fassung, die seitlich gut abschirmt, ohne beim Fahren das Blickfeld einzuengen.
- Legen Sie Stufe und Farbe fest, zum Fahren Stufe 2 oder 3 in Braun oder Grau.
- Lassen Sie sich 100 Prozent UV-Schutz schriftlich bestätigen.
- Lassen Sie die Brille anpassen wie eine Alltagsbrille.
Die Krankenkasse zahlt Sonnenschutzgläser in der Regel nicht. Getönte Gläser gibt es von ihr nur bei bestimmten Augenkrankheiten, etwa bei einer Trübung im Auge oder völliger Farbenblindheit. Für Sport gibt es eigene Lösungen, mehr dazu im Ratgeber zur Sportbrille mit Sehstärke.
Häufige Fragen
Was kostet eine Sonnenbrille mit Sehstärke?
Eine Sonnenbrille mit Sehstärke kostet laut einer Umfrage im Schnitt 159 Euro. Mit Gleitsichtgläsern wird sie deutlich teurer. Ein Clip für die eigene Brille ist die günstigste Lösung.
Welche Sonnenbrille darf ich beim Autofahren tragen?
Beim Autofahren dürfen Sie am Tag Sonnenbrillen der Stufen 0 bis 3 tragen, Stufe 4 nie. In Dämmerung und Nacht sollen Gläser mindestens 75 Prozent des Lichts durchlassen.
Funktionieren selbsttönende Gläser im Auto?
Klassische selbsttönende Gläser dunkeln im Auto kaum nach, weil die Windschutzscheibe das UV-Licht abhält. Neuere Gläser reagieren auch auf normales Licht und tönen hinter der Scheibe bis zu 55 Prozent.
Zahlt die Krankenkasse eine Sonnenbrille mit Sehstärke?
Die Krankenkasse zahlt eine Sonnenbrille mit Sehstärke in der Regel nicht. Getönte Gläser übernimmt sie nur bei bestimmten Augenkrankheiten, etwa bei einer Trübung im Auge.
